Sprachliche Vielfalt im Fokus: Perspektiven für eine inklusive Sprachbildung
Am 14. November 2025 fand unsere diesjährige Online-Tagung zum Thema „Lernende mit DaZ in der Grund- bzw. Primarschule: Perspektiven für eine inklusive Sprachbildung“ statt – und wir freuen uns sehr über die große Resonanz: Rund 190 Teilnehmende aus Schule, Hochschule, Fortbildung und pädagogischer Praxis haben an der Veranstaltung teilgenommen.
Die hohe Beteiligung zeigte deutlich, wie zentral die Themen Mehrsprachigkeit, Zweitspracherwerb und sprachliche Bildung für die aktuelle Bildungslandschaft sind. Besonders erfreulich war der intensive fachliche Austausch: Es wurden zahlreiche interessierte Fragen gestellt, Perspektiven eingebracht und Erfahrungen untereinander geteilt.
Vielfältige Einblicke aus Forschung und Praxis
Die Vorträge boten ein breites Spektrum an Impulsen für die pädagogische Arbeit:
- sprachliche Herausforderungen im Deutschen und ihre Bedeutung für den Spracherwerb,
- die Rolle von Mehrsprachigkeit in Bildungseinrichtungen und gesellschaftlichen Kontexten,
- praxisnahe Beispiele zur Förderung von Hörverstehen, Wortschatz, Lesen, Schreiben, Theaterpädagogik sowie KI-Nutzung in der Bildung,
- sowie Einblicke in transkulturelle Eltern- und Familienbildung.
Auch methodische Anregungen – etwa zu semantischen Netzen, Scaffolding-Strategien und weiteren vorgestellten Ansätzen – wurden besonders positiv aufgenommen.
Stimmen aus dem Plenum
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden spiegelten die Vielfalt und Relevanz der Themen eindrücklich wider. Viele beschrieben den Tag als äußerst inspirierend und informativ. Besonders hervorgehoben wurden:
- die abwechslungsreiche Zusammenstellung der Vorträge und der hohe Praxisbezug,
- das erneute Bewusstmachen und Auffrischen zentraler Inhalte für die pädagogische Arbeit,
- der Impuls, das „Fragen stellen an einen Text“ neu zu denken – ein Ansatz, der als besonders hilfreich für den Unterricht wahrgenommen wurde,
- die Einsicht, dass es beim Schreibenlernen unterschiedliche Perspektiven und Herangehensweisen geben kann, und dass das Beantworten von Fragen zunächst wertvoller sein kann als das reine Stellen von Fragen,
- sowie die Stärkung und Bestätigung des eigenen pädagogischen Handelns durch die Tagungsbeiträge.
Ein Wunsch, der geäußert wurde, betraf die Möglichkeit, digitale Austauschräume nach der Tagung weiterzuführen, um den begonnenen Dialog fortzusetzen.
Ein starkes Signal für inklusive Sprachbildung
Die Tagung hat deutlich gemacht:
Eine sprachbewusste und mehrsprachigkeitssensible Schul- und Unterrichtspraxis ist entscheidend dafür, dass alle Kinder – unabhängig von ihren sprachlichen Voraussetzungen – gleichberechtigt teilhaben und erfolgreich lernen können.
Dass dieses Thema so viel Interesse und Engagement hervorruft, ermutigt uns sehr. Der rege Austausch während der Vorträge und in den Diskussionen hat gezeigt, wie groß der Bedarf und zugleich die Bereitschaft ist, sprachliche Bildung gemeinsam weiterzuentwickeln. Wir freuen uns, im Anschluss an die Tagung einen Tagungsband zu verfassen und die diskutierten Inhalte für alle zugänglich zu machen.
Herzlicher Dank
Wir danken allen Vortragenden für ihre wertvollen Beiträge sowie allen Teilnehmenden für ihr Interesse, ihre Fragen und ihre Offenheit im Austausch.
Wir freuen uns darauf, diesen wichtigen Dialog fortzusetzen – bei zukünftigen Veranstaltungen, in Arbeitsgruppen und im gemeinsamen Engagement für eine inklusive Sprachbildung.
